Adoption in Deutschland

Adoption der Kinder in Deutschland

Der deutsche Staat hat das Ziel einer Adoption in Deutschland bestimmt: Sie soll dem Wohl des Kindes dienen und es wird davon ausgegangen, dass die Beziehungen, die sich zwischen den Adoptierenden und dem Kind entwickeln, ähnlich zu den mit den biologischen Eltern sein werden. Alle anderen Ziele sind sekundär und dem Obenstehenden untergeordnet. Als Rechtsgrundlage für Regulation der Adoption in Deutschland dienen §§ 1741 – 1746 und gewissermaßen §§ 1747 – 1772 des Bürgerlichen Gesetzbuches der BRD.

Das Adoptivkind soll in eine neue Familie (Adoptivfamilie) wie ein Leibliches integriert werden (es soll ein Mitglied der Familie werden). Somit werden alle verwandtschaftlichen Beziehungen mit der Herkunftsfamilie (mit biologischen Eltern) aufgelöst. Die Adoption in Deutschland als Prozess wird auf Grund einer Entscheidung eines Pflegegerichtes ausgeführt, der am Anfang Zweckmäßigkeit der Adoption, d. h. inwiefern sie den Interessen des Kindes entspricht, zusammen mit einem Jugendamt prüfen soll. Um einen möglichen Fehler (der dem Kind späterhin teuer zu stehen kommen kann) zu vermeiden, soll die sogenannte Pflegezeit, oder Habituationszeit, die in der Regel ein Jahr dauert, der Adoption vorangehen.

 

Verfahren und Reihenfolge der Adoption in Deutschland

Es ist möglich, ein Kind in Deutschland zu adoptieren, nur wenn die Eheleute zusammen sind. Es gibt bloß unzahlreiche Ausnahmen von der Regel. Bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen dürfen auch Singles Kinder adoptieren. Die Statistik behauptet allerdings, dass so etwas fast nie der Fall ist. Die Ansicht, dass es zwei Adoptiveltern (Vater und Mutter) geben muss, teilen auch Jugendamtfachleute sowie Richter. Das Alter der Adoptierenden soll mindestens 21 Jahre für Frauen und 25 Jahre für Männer sein. Alleinstehende Adoptierende sollen nicht jünger als 25 Jahre alt sein. Die Obergrenze gibt es keine – im Unterschied zu vielen ausländischen Rechtssystemen. Zugleich geht die Justizpraxis davon aus, dass Säuglinge und Kleinkinder nicht in die Familien übergeben werden sollen, wo die Eltern wesentlich älter als 35 – 40 Jahre alt sind. Man kann Kinder selbstverständlich auch in diesem Alter adoptieren aber man muss in Aussicht nehmen, dass Amtskuratore ältere Kinder (Kinder im Schulalter oder Jugendliche) anbieten werden.

Nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts (1995) sollen die beiden biologischen Eltern Zustimmung zur Adoption ihres Kindes erteilen – sogar in dem Fall, wenn sie keine Vormundschaftsrechte in Bezug auf fas Kind haben. Das Kind, wenn es älter als 14 Jahre alt ist, soll auch seine Zustimmung dazu erteilen, in der Familie der Adoptiveltern zu leben. Überdies soll sein Wunsch mit Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters bestärkt sein. Ab dem Zeitpunkt der Eingabe von beiden Eltern einer Erklärung über Zustimmung zur Adoption des Kindes bis zum Zeitpunkt des Treffens der Gerichtsentscheidung über Adoption ist das Jugendamt der Vormund des Kindes. Dabei wird die Kindesunterhaltspflicht während des Probejahres auf die Adoptierenden auferlegt. Sie dürfen allerdings kein entsprechendes Kindesgeld erhalten.

Das Gericht darf ohne Zustimmung der biologischen Eltern zur Adoption ausbleiben, wenn sie trotz aktiver Suchen nicht gefunden werden können oder infolge einer schweren Krankheit (vor allem Geisteskrankheit) ihre Zustimmung nicht äußern können. Zum Schutz der Mütter der Neugeborenen bestimmt das Gesetz eine Frist von acht Wochen nach dem Kindesgeburt, vor Ablauf von dem eine Zustimmungsäußerung nicht zugelassen wird. Damit schützt das Gesetz die Mütter von eilfertigen und unbedachten Entscheidungen. Wenn die Eltern nicht verheiratet sind und der Vater keine Vormundschaftsrechte hat, darf er seine Zustimmung zur Adoption noch vor Geburt des Kindes erteilen. Man muss merken, dass die Zustimmung notariell beglaubigt sein soll. Danach darf es nicht zurückgezogen werden.

Der Prozess der Adoption in Deutschland darf in folgenden Fällen abgebrochen werden:

– die Adoptierenden ziehen ihren Antrag zurück (das Kind ist ihnen nicht gefallen);

– der Antrag wurde zurückgewiesen (die vom Gesetz bestimmten Bedingungen werden nicht erfüllt);

– das Kind wurde im Laufe von drei Jahren nicht adoptiert.

Unter Umständen darf  die Zustimmung der Eltern mit einer Entscheidung eines Pflegegerichts wegen folgender Ursachen ersetzt werden:

– Gleichgültigkeit der Eltern in Bezug auf das Kind;

– böswillige Nichterfüllung von ihnen ihrer Sorgepflicht während eines langen Zeitraums;

– physische Misshandlung des Kindes seitens Eltern oder sexueller Missbrauch.

In den obengenannten Fällen ist die Zustimmung der Eltern nicht erforderlich.

 

Folgen der Adoption und sein Geheimnis

Zwecks des Schützes der neuen Familie von Versuchen, die einen oder die anderen mit Adoption in Deutschland verbundenen Auskünfte abzulauern, gibt es ein Rechtsverfahren, das das Adoptionsgeheimnis wahrt. Es gibt natürlich ein gewisses Risiko: Wenn das Kind seinen Stammbaum im Erwachsenenalter herausfinden will, wird es so gut wie unmöglich sein. Meistens wollen die neuen Eltern auch die Vergangenheit nicht durchrühren. In Zusammenhang damit hat das Bundesverfassungsgericht mehrmals darauf hingedeutet, dass Begrenzung solcher Forderung eines Kindes unzulässig ist. Jeder, sogar Minderjähriger, hat Recht, seine Herkunft (seine Wurzeln), seine biologische Eltern, Geschwister zu kennen.

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