Suche nach der biologischen Mutter in Armenien

Neulich hatte uns eine Familie aus Deutschland, die im Jahre 2011 ein kleines Mädchen in Armenien, im Ort Gyumri (der Vordername dieser Stadt ist Leninakan) adoptierte, gebeten nach der biologischen Mutter ihres Mädchens zu suchen.

Aus den Dokumenten erfuhren wir, dass die biologische Mutter (ihr Name war Tatewik) in einem Dorf, das 30 km von Gyumri entfernt ist, lebt. Als wir in diesem Dorf angekommen waren, stellte es sich heraus, dass Tatewik in diesem Dorf seit zwei Jahren nicht mehr lebt. Sie zog nach Russland um. Im Dorf fanden wir aber ihre Verwandten. Sie erzählten uns, dass Tatewik sich in einer schwierigen materiellen Lage befindet und. Sie erzieht alleine zwei Kinder. Ihr Ehemann starb vor einigen Jahren. Deshalb zog sie von Armenien nach Russland in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Verwandten gaben uns ihre Kontakte und wünschten uns viel Erfolg bei der weiteren Suche.
Also mussten wir nach Russland, nach Moskau. Vor der Hinreise setzten wir uns mit Tatewik telefonisch in Verbindung. Wir hatten ihr mitgeteilt warum wir sie suchen. Zuerst hatte Tatewik Angst und wollte sich nicht mit unserem Vertreter treffen. Aber ein paar Tage später, nachdem sich die Aufregung ein wenig gelegt hatte, rief die Frau uns an. Dieses Mal war verlief unser Gespräch weniger emotional. Wir haben alles besprochen und uns zu einem Treffen verabredet.

Tatewik lebte in einem Dorf nicht weit von Moskau, in Solnetschnogorsk. Dort haben wir uns getroffen. Wir haben uns verabredet nach ihrem Feierabend zu treffen. Wir hatten alle erforderlichen Papiere, Briefe und Fotos dabei.

Unser Treffen fand im Freien statt. Man hat der Frau angesehen, dass sie froh war Neues von ihrer biologischen Tochter zu erfahren. Besonders hat sie sich über den Brief mit den Fotos der Adoptivfamilie gefreut. Schließlich erzählte sie uns ihre Lebensgeschichte.

Tatewik wurde in Armenien geboren und wuchs dort auf. Als sie 20 wurde heiratete sie und brachte zwei Kinder zur Welt. Ihr Leben verlief eigentlich ganz  gut. Bis zu dem Tag, an dem ihr Ehemann starb. Zu diesem Zeitpunkt starben auch ihre Eltern. Niemand mehr konnte sie unterstützen. Im Jahre 2010 lernte sie einen Mann kennen und wurde von ihm schwanger. Aber als der Mann von der Schwangerschaft erfuhr, verließ er sie. Tatewik musste eine Wahl treffen. Entweder das Kind bei sich lassen oder es abzugeben. Sie hat die zweite Variante ausgewählt.

Es gibt keinen Tag, an dem sie nicht an das Kind denkt. Sie bedauert, dass sie das Kind abgab, aber sie meinte andererseits, dass sie ihrem Kind nichts anbieten konnte. Zum Zeitpunkt der Geburt ihrer Tochter hatte sie zwei Söhne, keine Arbeit, keine eigene Wohnung, zu wenig Geld.

Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass solche Fälle in unserem Leben passieren. Auf jeden Fall hat Tatewik sich bei uns dafür bedankt, dass wir sie fanden und ihr über das Schicksal ihrer Tochter berichteten. Sie ist den Adoptiveltern sehr dankbar dafür, dass sie ihre Tochter adoptiert haben, sie erziehen, und sich um sie kümmern. Das Kind hat eine liebevolle Familie und eine Zukunft. Und das ist das Wichtigste!

Wenn Sie die biologischen Eltern in der Ukraine, Russland, Kasachstan oder in Armenien finden möchten, wenden Sie sich bitte an uns. Wir sind gerne bereit Ihnen zu helfen.

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